Die Abholung des Welpen
Der große Tag, auf den man vielleicht schon viele Wochen gewartet hat, ist da! Endlich haben wir unsere kleine Bordeauxdogge im Arm und bringen sie in ihr endgültiges Zuhause.
Für uns eine ganz besonders große Freude, bedeutet derselbe Vorgang für unseren Welpen viel Aufregung und Trennungsschmerz. Von jetzt auf gleich wird er von der Mutter, von seinen Geschwistern getrennt und in eine neue Umgebung gebracht.
Die gewohnte Bezugsperson, der Züchter, wird dem kleinen Welpen ebenfalls entzogen. Das Hundekind wird in ein lautes und wackelndes Fahrzeug gebracht, um ein neues Heim zu erreichen, von dem es noch keinerlei Vorstellung hat. Dies ist ein großer Schock, den die kleine Hundeseele erst mal verdauen muß.
Im Folgenden sollen ein paar Maßnahmen aufgeführt werden, die dem Welpen den Übergang von der alten in die neue Familie erleichtern helfen sollen.
Die Heimreise
Der Züchter wird darauf achten, daß Ihr Welpe einige Stunden zuvor gefüttert wurde. Ein voller Magen kann bei Aufregung und dem Geschaukel während der Autofahrt Übelkeit bei Ihrem Welpen begünstigen. Vorsichtshalber sollten Sie dennoch eine waschbare Decke auf dem Sitz ausbreiten und eine Rolle Küchenpapier bereithalten. Bedenken Sie bitte, im Falle eines Missgeschickes Ihres Welpen wäre eine verärgerte Reaktion völlig unangemessen, diese würde den kleinen Welpen nur völlig verängstigen zu einem Zeitpunkt, an dem das verwirrte Hundekind noch keinen Begriff vom neuen „Normalzustand“ hat, können wir Menschen nichts Besseres tun, als ein positives Grundgefühl aufzubauen, aus dem heraus der Welpe sich später nur um so bereitwilliger unserer Führung anvertrauen wird.
Eine stressfreie Reise
Es empfiehlt sich, das neue Familienmitglied zu zweit abzuholen. Während einer das Auto sicher Richtung Heimat steuert, kann der andere den Welpen mit liebevollem Zureden, zärtlichem Streicheln und ggf. mit einem interessanten neuen Spielzeug evtl. aufkommende Ängste und den Trennungsschmerz vergessen lassen. Bei längeren Fahrten geben Sie dem Welpen bitte ausreichend Möglichkeit sich zu lösen, etwas frische Luft zu schnuppern und bei Bedarf etwas Wasser aufzunehmen.
Endlich daheim!
Zuhause angekommen, sollten Sie ihrem Welpen zuerst die Möglichkeit geben, an der gewünschten Stelle sein Geschäft zu verrichten. (Wenn es nicht klappt, auch nicht schlimm, das wird schon noch.
Nun benötigt Ihre kleine Bordeauxdogge erst einmal ausreichend Zeit und Ruhe, ihr neues Heim zu inspizieren. Ihr Welpe soll sich in seinem neuen Zuhause zurechtfinden und heimisch fühlen, bevor neue Aufregungen und Herausforderungen auf ihn zukommen: Freunde und Bekannte sollten erst ein paar Tage später eingeladen werden, um das neue Familienmitglied willkommen zu heißen.
Ob ihr Welpe nun neugierig seine Umgebung begutachtet oder sich einfach in das für ihn vorbereitete Bettchen fallen läßt, hängt von der Kondition und dem Temperament ihrer kleinen Bordeauxdogge ab. Nach der ganzen Aufregung ist es nicht ungewöhnlich, daß ihre kleine Bordeauxdogge sehr bald in tiefen Schlaf fällt.
Das Weckerwunder
Haben Sie eine Sensibelchen erwischt, wird ihnen nächtliches klägliches Winseln und Jaulen fast das Herz brechen; dies sind Signale von Unsicherheit und Unwohlsein.
Da kann ein Wecker manchmal Wunder bewirken. Unter dem Hundedeckchen gut verstaut, erinnert das Ticken des Weckers an den Herzschlag der Mutter und vermittelt das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Auch ein kuscheliges Stofftier kann den Trennungsschmerz lindern. Ein ausrangiertes Frotteetuch, bei einem der früheren Besuche beim Züchter gelassen, später mitsamt dem Welpen nach Hause genommen und in sein Körbchen gelegt, verbreitet den vertrauten Duft mach Mama und Geschwistern und hilft so beruhigen.
Auf jeden Fall sollten Sie der Versuchung widerstehen, Ihre kleine Bordeauxdogge in Ihr Bett zu holen, denn hat Ihr Welpe erst einmal Ihr Bett erobert, wird er diesen wohlig weichen und kuscheligen Platz in Ihrer unmittelbaren Nähe nicht mehr hergeben wollen. Spätestens wenn Ihr Welpe das erste Mal eine Jauchegrube erobert oder seine endgültige Größe erreicht hat, werden Sie das Bedürfnis nach Exklusivität Ihres Bettes verspüren. Sie haben bestenfalls das Problem verlagert, denn eine ausgewachsene Bordeauxdogge kann ebenso jämmerlich weinen wie ein Welpe.
Sollte Ihr weinender Welpe so gar keine Ruhe geben, stellen sie sein Körbchen neben Ihr Bett und lassen Sie ihre Hand hinunterhängen. Viele Welpen lassen sich so beruhigen und schlafen letztendlich zufrieden ein.
Das Sauberwerden
Es empfiehlt sich, in der ersten Zeit mehrmals in der Nacht ihren kleinen Liebling die Möglichkeit zu geben, sich zu erleichtern. Zum einen wird ihr Welpe dadurch sehr schnell lernen, was Sie sich von ihm wünschen, und zum anderen erspart Ihnen dies die Teppichreinigung oder das Wischen. Vergessen Sie niemals das ausgiebige Loben, wenn Ihr Welpe sich an der gewünschten Stelle erleichtert, denn wenn Ihr Welpe merkt, daß Sie sich freuen, wird auch er freudig reagieren und daraus positive Bestätigung aus seinem Handeln erfahren.
Mit der Zeit werden Sie die Abstände verlängern um dann schlussendlich die Nacht durchschlafen zu können. Sollte es dennoch hin und wieder zu einem Malheur kommen, denken Sie bitte daran, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
An dieser Stelle sei erwähnt, das kleine Hundenäschen hat nichts im Urin oder Kot zu suchen, wenn ein Baby nach einem Jahr noch nicht trocken ist, dann steckt man auch nicht das Köpfchen in die Windel!
Die Erkundungstour
Hat Ihre kleine Bordeauxdogge erst einmal richtig ausgeschlafen, wird sie die Umgebung erkunden. Begleiten Sie Ihren Welpen dabei, zeigen Sie ihm seine Futternäpfe und achten Sie darauf, daß Ihr kleiner Welpe die neuen Schuhe, die Sofakissen oder andere kostspielige Gegenstände nicht zu seinem Lieblings-Kau- und Spielgegenständen erklärt. Ein frühes Nein und preiswertere und vor allem hundegerechte Kauknochen sowie Spielzeuge als Alternative sind schon fast ein Garant für ein weiterhin gemütliches Heim.
Gefahren
Kleine Hunde neigen dazu, in alles Mögliche hineinzubeißen und darauf herumzukauen, dies gilt insbesondere für Dinge, die nicht für sie bestimmt sind.
Giftige Pflanzen sollten vorsorglich entfernt werden, besonders herumstehende Putzmittel können eine Gefahr für unseren kleinen Liebling darstellen.
Geschirrspülmaschinen-Tabs kann der Welpe mit einem Leckerchen verwechseln und auch das Lecken an ausgelaufenen Putzmitteln ist sehr gefährlich. In diesen Fällen sind Verätzungen der Schleimhäute, allergische Reaktionen oder gar lebensgefährliche Vergiftungen die Folge. Kleine Gegenstände wie z.B. Kinderspielzeuge (Lego oder Ähnliches) sollten stets verschlossen aufbewahrt werden.
Dazu gehören wie bei Kindern auch die Steckdosen, die vor der kleinen Nase, den Pfoten und auch der Zunge geschützt werden sollten.
Solange der Welpe noch tapsig und unbeholfen ist, sollten ihm Bereiche, die er nur vorsichtig und unter Aufsicht überhaupt betreten sollte (Treppen), ohne Aufsicht nicht zugänglich sein.
Unser Welpe richtet sich ein
Bereits viele Tage vor der Anreise des Welpen überlegt man sich, wo unsere kleine Bordeauxdogge ihren Lieblingsplatz würde haben wollen, um ihre Ruhepausen genießen zu können. Dunkle Ecken, zugige Winkel und weit vom Alltagsgeschehen entfernte Orte sind für unsere Bordeauxdoggen äußerst unattraktiv. Im Zweifel werden Sie das Hundebettchen noch mehrmals umstellen, denn Ihre Bordeauxdogge wird Ihnen zeigen, wo sie sich wohl fühlt.
Nachdem so die Voraussetzungen geschaffen sind, daß Ihr Welpe entspannt und fröhlich in Ihre Familie hinein wachsen kann, steht einem für alle Seiten bereichernden Miteinander nichts mehr im Wege.
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