Die Bewegung unserer BX

Die erforderliche Bewegung mit unseren Bordeauxdoggen offenbart sich für viele Beteiligte oftmals als zwiespältiger Weg. Ist es überhaupt nötig, spazieren zu gehen? Bei manchen Bordeauxdoggen-Haltern scheint dies fast wie eine Schlüsselfrage zu sein.

Die Frage nach der Bewegung unserer Hunde ist ein schwieriges Feld, ein Problemfeld: Die Diskussion um das "richtige" Bewegen entsteht und gedeiht oftmals dort, wo der Bordeauxdoggenhalter genetische Substanz mit Fettleibigkeit verwechselt. Mein Hund ist nicht fett, sondern die anderen sind unterernährt kann eine Einstellung sein. Allerdings geht diese zu Lasten der Gesundheit unserer Bordeauxdoggen.

Ein Spaziergang besonders mit unseren ausgewachsenen Bordeauxdoggen kann und soll anders gestaltet werden als ein öder Trott. Spazierengehen mit unseren Bordeauxdoggen sollte immer eine lockere Wanderung mit eingestreuten Ausbildungsübungen sein. Aber nie eintönig, immer abwechselnd, neue Wege gehen. Oder man geht den sehnsüchtig vom Einzelhund erwarteten Weg, um auf der bekannten Hundewiese seine Artgenossen zum Spiel zu treffen,  was in der Regel den gesellschaftsfähigen Haltern auch entgegen kommt.

Allerdings Vorsicht, bei Temperaturen über 25 Grad suchen unsere Bordeauxdoggen gern, wenn sie denn dürfen, freiwillig den Schatten und einen Ruheplatz. Ausgedehnte Spaziergänge sollten dann in den frühen Morgenstunden oder in den späten Abendstunden stattfinden.

Auch ein Spaziergang unter zeitlichem Druck ist kontraproduktiv. Die Bordeauxdogge erinnert sich an Druck und nicht an Freude. Sie wird also dann unter solchen Umständen beim sich-lösen oftmals gehemmt sein.

Selten bedanken sich Radfahrer oder Kinderwagen schiebende Menschen bei einem Hundehalter, der für diese kurze Zeit der Begegnung seinen Hund sichert. Dies sollte allerdings für alle Hundehalter selbstverständlich sein, nur so könnte sich wieder gegenseitiges Vertrauen aufbauen. 

Es gibt immer Wege und auch hundegerechte Kompromisse. Die ganzen Schwierigkeiten der letzten Jahre um die Hundehaltung allgemein, entstanden nur in städtischen Gegenden, mit städtischen Problemen. Nicht auf dem Land.

Es gibt aber auch einen sehr positiven Gesichtspunkt für einen lockeren abwechslungsreichen Spaziergang, bei dem man immer mal für wenige Minuten Grundausbildung trainieren kann: So sehen auch hundeängstliche Menschen, dass der oder die Hunde unter Kontrolle stehen und so sorgt dieser Hundehalter für ein gutes Bild in der oftmals so hundefeindlichen Öffentlichkeit.

Unsere Bordeauxdoggen haben auch dieses schlechte Image nicht auszubaden. Das haben die Halter - auch als Vertreter für die Unbelehrbaren -  eben wegen asozialen Hundehalter, die glauben, ein Spaziergang ist für sie und ihren Hund ein Freischein für alles.

Jeder hundeängstliche Mensch, den ein Hundehalter zu einem hundefairen gemacht hat, ist ein Gewinn für uns und unsere Hunde. Dazu ist ein Spaziergang in der menschenreichen, hundereizüberfluteten Öffentlichkeit bestens geeignet. Es geht nichts über einen lockeren anregenden Spaziergang, bei jedem Wetter. Noch schöner, wenn es regnet. Wir sind allein, nur wenige Spaziergangprofis sind unterwegs, die nehmen dann auch Rücksicht auf andere Tiere und Menschen.

Wer da meint, ein Spaziergang sei langweilig, soll erst nachdenken, bevor er pauschal urteilt. Es liegt am Halter, ob er diese Bewegung langweilig gestaltet oder nicht. Ein Spaziergang macht also immer Sinn - wenn er in der Natur und friedfertig abläuft. Der tägliche Philosophenweg ist das Ziel. Denn manchmal ist auch Nachdenken Denksport.