Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bei allen der aufgezählten Krankeiten sollte dringlichst ein Tierartzt aufgesucht werden.

Erkrankungen der Augen

Entropum

Ein Entropium bezeichnet eine Einwärtsdrehung des Augenlids. Diese zieht in der Regel eine Irritation der Hornhaut mit nachfolgender Entzündung nach sich. Je nach Ursache können verschiedene Formen unterschieden werden. Dabei ist das angeborene Rolllid am häufigsten zu finden. Darüber hinaus kann es durch schmerzhafte Prozesse im Bereich des Auges zu krampfartigen Lidschluss mit Einrollung des Augenlids kommen, auch durch eine Vernarbung des Augenlids kann ein Entropiuni entstehen. Die Therapie besteht in einer operativen Korrektur des Augenlids.

Ektropium

Bei einem Ektropium handelt es sich um eine Auswärtsdrehung des Augenlids, durch die unvollständiger Liedschluss und vermehrter Tränenfluss bedingt und Entzündungen der Horn- und Bindehaut begünstigt werden. Darüber hinaus können Nervenlähmungen und Vernarbungen zu einem Auswärtsrollen des Lids führen. Die Therapie besteht in der operativen Korrektur des Lidrands.

Bindehautentzündung

Bindehautentzündungen können viele verschiedene Ursachen haben: Zugluft. Staub, Fremdkörper, Allergene, extreme Temperatureinflüsse oder grelle Lichteinstrahlung sowie ein Mangel an Tränenflüssigkeit oder Rolllider.

Symptome: Gerötete Augen; Augenausfluss; Lichtempfindlichkeit; eventuell Nickhautvorfall und Hornhautbeschädigung.

Erkrankungen des äußeren Ohrs

Entzündung des Gehörgangs Diese auch als Ohrentzündung oder Ohrenzwang bezeichnete Erkrankung ist das häufigste Ohrproblem beim Hund. Viele verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle: Vor allem Hunde mit einer starken Behaarung der Gehörgänge, tief angesetzten Ohren, einer starken Faltenbildung im Kopfbereich sowie Hunde, die häufig schwimmen gehen und tauchen, neigen zu Ohrentzündungen. Auch Hunde, bei denen eine Neigung zu allergischen oder entzündlichen Hauterkrankungen vorliegt, haben häufiger Probleme. Kommen dann Verletzungen oder Fremdkörper wie Grannen hinzu, entzündet sich der äußere Gehörgang. Dabei kommt es zu einer Vermehrung von Bakterien oder Hautpilzen (Malassezia): auch Ohrmilben können Ohrenzwang herbeiführen.

Symptome: Ohrgeruch; Kopfschütteln und Kratzen im Ohrbereich; Berührungsempfindlichkeit am Kopf.

Othämotom (Blutohr)

Bei dieser Erkrankung kommt es zu einem Bluterguss zwischen Ohrknorpel und Haut der

Ohrmuschel. Meist ist ein Trauma oder heftiges Kratzen oder Kopfschütteln die Ursache. Unternimmt man nichts, wird der Bluterguss im Laufe einiger Wochen abgebaut, dabei kommt es meistens zu narbigen Verformungen der Ohrmuschel.

Erkrankungen des inneren Ohrs

Beteiligung des Trommelfells

Das Trommelfell stellt die Grenze zwischen Außen- und Mittelohr dar. Normalerweise ist es als hell schimmerndes, leicht eingezogenes Fläutchen am Ende des Gehörgangs sichtbar. Es kann durch Fremdkörper verletzt werden oder infolge einer Ohrentzündung reißen: bei akuter Mittelohrentzündung ist es gerötet. bei eitrigen Entzündungen trüb. Eine Mittelohrentzündung kann dazu führen, dass sich das Trommelfell nach außen vorwölbt.

Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung kommt selten isoliert vor, sondern entsteht meist infolge einer Entzündung des äußeren Gehörgangs oder nach einer Infektion des Nasenrachenraums.

Symptome: Je nach Grunderkrankung gleichzeitig Symptome einer Entzündung des Außenohres oder einer Erkältungskrankheit; Fieber und Allgemeinstörungen; Schwerhörigkeit; bei Mitbeteiligung des Innenohrs Kopfschiefhaltung, bei Mitbeteiligung von Gesichtsnerven hängendes Ohr und hängende Gesichtshälfte.

Innenohrerkrankungen

Innenohrschädigungen treten meist als Folge einer verschleppten Mittelohrentzündung auf. Dadurch kommt es zu einer Schädigung des Gehörs und des Gleichgewichtsorgans, das sich ebenfalls im Innenohr befindet.

Symptome: Gleichgewichtsstörungen. Bewegungsstörungen und Kopfschiefhaltung; Lähmung des Gesichtsnervs;  Zitterbewegung der Augen (Nystagmus)

Erkrankungen der Haut

Hauterkrankungen gehen meist mit Fellveränderungen. Juckreiz und Entzündungssymptomen einher. Oft ist es schwierig, allein anhand des Aussehens auf die Krankheitsursache zu schließen, sodass weitere Untersuchungen wie Bakterien- oder Pilzkulturen. Hautgeschabsel, Hautbiopsien und Allergietests nötig sind. Sowohl die Diagnostik als auch die Behandlung kann sehr langwierig sein und verlangt dem Besitzer oft einiges an Geduld ab.

Bakterielle Hauterkrankungen

Auf der gesunden Haut befindet sich immer eine große Anzahl von natürlicherweise dort vorkommenden Mikroorganismen, die erst hei einer Vorschädigung der Haut (Verletzung, Parasitenbefall, zu häufiges Baden, hormonelle Störungen und so weiter) Entzündungen hervorrufen.

Hot Spot

So genannte „Hot Spots“ entstehen zum Beispiel infolge von Juckreiz (bei Flohbefall, Allergie) und werden durch häufiges Lecken und Kratzen verstärkt. Die Probleme werden vorwiegend bei Hunden mit langem, dichtem Fell an Kopf, Hals und Flanken gefunden und entstehen meist im Sommer bei feuchtwarmem Wetter. Hunde, die bereits einen Hot Spot hatten, neigen meist dazu, jedes Jahr ähnliche Probleme zu bekommen.

Symptome: Eitrignässende, stark gerötete Hautstellen, die betroffenen Hautstellen sind meist rund.

Hautfalten-Dermatitis 

Bei Hunden mit starker Faltenbildung der Haut herrscht in der Tiefe der Falten ein feuchtwarmes Klima, das ideale Wachstumsvoraussetzungen für Bakterien und Pilze bietet, die zu einer Entzündung der entsprechenden Bereiche führen. 

Symptome: Gerötete. nässende, eiternde und übel riechende Stellen im Bereich der Hautfalten.

 

Körperräude (Sarkoptes-Räude) 

Die Sarkoptes-Milbe legt ihre Eier in Grabgänge in der 1 Haut des Hundes ab, wo sich aus verschiedenen Zwischenstadien erwachsene Milben entwickeln. Die Erkrankung ist hoch ansteckend. Aber nicht alle Hunde sind gleich empfindlich. Der Mensch kann in seltenen Fällen zum Fehlwirt werden, hier überleben die Erreger jedoch nicht. 

Symptome: Starker Juckreiz mit nachfolgender Schädigung der Haut durch Kratzen: Krusten, Pickel und mottenfraßähnlicher Haarverlust. 

Demodikose 

Demodex-Milben befinden sich in den Haarfollikeln und Talgdrüsen gesunder Hunde. Bei einer Vorschädigung der Haut oder einer Schwächung des Immunsystems nimmt ihre Anzahl jedoch so stark zu, dass Erkrankungssymptome hervorgerufen werden. Die Demodikose tritt vorwiegend bei jungen Hunden auf. 

Symptome: Haarausfall, Schuppung und leichte Rötung, vorwiegend am Kopf (klassisch: „Brillenbildung“ um die Augen) und an den Gliedmaßen; bei starkem Befall kann der ganze Körper betroffen sein; es kommt zu Haarausfall, Pigmentveränderungen und eitrigen Sekundärinfektionen; Juckreiz tritt kaum auf. 

Futtermittelallergie 

Auch eine Allergie auf bestimmte Futtermittelbestandteile kann zu Hautveränderungen führen. Dabei begünstigt eine Vorschädigung des Darms die Entstehung einer Allergie, da die entsprechenden Futteranteile so besser ins Blut und in die Haut gelangen. 

Symptome: Die durch Futtermittelallergien hervorgerufenen Hautveränderungen können sehr unterschiedlich sein: Juckreiz, Pusteln am Unterbauch und in der Leiste sowie Hautrötungen. Nur selten reagieren die Hunde mit Durchfall oder Erbrechen.  

Erkrankungen der Knochen und Gelenke 

Arthrose 

Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der es zur Schädigung des Gelenkknorpels und zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit kommt. Oft wird auch die Knochensubstanz angegriffen. Durch diese Veränderungen werden die Gelenkoberflächen rau, die Gleitfähigkeit der Knorpel gegeneinander nimmt ab. Durch die fortschreitende

Zerstörung von Gewebe werden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt und das Tier hat Schmerzen, wenn es das Gelenk bewegt. Eine Arthrose entsteht meistens recht langsam,  der Zustand verschlechtert sich allmählich aber immer mehr, sodass eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist. 

Arthritis 

Arthritis ist eine akute Entzündung einer oder mehrerer Gelenke. Sie entsteht meist sehr schnell im Laufe weniger Stunden und kann Folge einer Allgemeininfektion  oder Blutvergiftung sein, aber auch durch eine direkte Verletzung des Gelenks oder einen

unsauberen chirurgischen Eingriff am Gelenk hervorgerufen werden. In seltenen Fällen entsteht eine Arthritis ohne bakterielle Infektion durch eine überschießende Immunreaktion; solche Erkrankungen sind mit Rheuma vergleichbar.  

Hüftgelenksdysplasie 

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt vor allem bei größeren und schwereren Hunden vor. Obwohl eine erbliche Komponente angenommen wird, ist die Krankheit im eigentlichen Sinne nicht angeboren, sondern tritt erst nach der Geburt während der Wachstumsphase auf. Bei einem jungen Hund mit HD sind zunächst Abweichungen in der Form der Hüftgelenke erkennbar: Die Hüftpfanne ist zu flach, der Oberschenkelkopf liegt nicht weit genug in der

Pfanne. Diese Formveränderungen führen auf Dauer zu einer Fehlbelastung der Hüftgelenke, wodurch es zu schmerzhaften Muskelverspannungen sowie Knochenzubildungen und

Arthrosen kommt, die dem Hund ebenfalls Schmerzen bereiten.

Kreuzbandriss 

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist die häufigste Knieverletzung beim Hund. Das vordere Kreuzband verhindert normalerweise dass der Unterschenkel in der Belastung bei gestrecktem Knie zu weit nach vorn rutscht. Zu einem Kreuzbandriss kommt es wahrscheinlich nach einer Vorschädigung durch viele kleine Anrisse bei mehr oder weniger normaler Belastung. Das Knie wird instabil, es kommt zu einer Fehlbelastung mit Schädigung der Menisken und Gelenkknorpel, wodurch wiederum eine Arthrose des Kniegelenks entsteht. Die Gelenkkapsel

des Knies verstärkt sich jedoch mit der Zeit und kann so einen Teil der Instabilität kompensieren. Meistens reißen die vorderen Kreuzbänder beider Knie innerhalb eines Jahres, da durch die Lahmheit auf einem Hinterbein das andere Bein stärker belastet wird. Auch das hintere Kreuzband kann reißen, dies ist jedoch deutlich seltener.