Wie kommt Frau zu ihrer Bordeauxdogge? 

Dieses Unterfangen ist eigentlich ganz einfach, die Frau sucht sich einen geeigneten Züchter, sucht sich den künftigen Hausgenossen aus und nimmt ihn mit nach Hause!

Problematisch wird es nur dann, wenn der Mann meint Einwände erheben zu dürfen! Eigentlich ein Umstand, der für die Frau undenkbar ist aber manchmal passiert es dennoch! In dieser Situation steht der sehnlichste Wunsch der Frau, gegen den Einwand des Mannes, den sie eh nicht wirklich ernst nimmt und zumeist ignoriert!

In besonders seltenen Fällen erweist sich der Mann allerdings als äußerst  hartnäckig und somit als lästig!

Die Frau hat dann die uneingeschränkte Möglichkeit, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, ihr Vorhaben durchzusetzen oder im Rahmen einer gerechten Diktatur, durch eine Konsensfindung mit gezielter Manipulation des Mannes ihr Ziel zu erreichen!

Die erste Möglichkeit hätte einen handfesten und dauerhaften Beziehungsstreit zur Folge, die zweite Möglichkeit ist in solchen Fällen ausnahmslos zu bevorzugen!

Zum Schachverhalt:

Die Frau wünschte sich eine Bordeauxdogge, der Mann war ganz klar dagegen - wegen des Sabberproblems!

Die Frau hat Einwand erkannt und kurz nachgedacht, es musste eine Sales Story her, die ganz klar klärte, daß die zukünftige Bordeauxdogge auf gar keinen Fall sabbern würde! Daraufhin wurde die Theorie der nichtsabbernden Bordeauxdogge aufgestellt: Man müsse einfach darauf achten, daß die Lefzen nicht zu lang und zu hängend seien, dies würde einen unkontrollierten Speichelfluss nur begünstigen. Mann fand diese Theorie logisch und einleuchtend, somit wurde ein nicht sabbernder Nachkomme eines Bordeauxdoggenpärchen gesucht! Mann wurde in die spezielle Suche einbezogen und war zufrieden, daß seine Bedürfnisse berücksichtigt wurden.

Frau hatte dann relativ schnell das Pärchen mit den nichtsabbernden Nachkommen gefunden (wen wundert es an dieser Stelle) ach ja ich vergaß beinahe: Mann konnte es sich daraufhin nicht verkneifen, nach dieser mehr als profanen und völlig unwichtigen (wie Frau findet)  Information des Preises zu fragen! Schnell waren einschlägige Seiten geöffnet, auf denen die Bordeauxdoggenbabys mit Papieren für 800 EUR angeboten wurden.

Sodann kam das zweite Problem auf, Mann sagt: „sooooo viel“!!!!! Findig wie Frau nun einmal ist, wurde gleich fachmännisch erklärt, vor 20 Jahren wurde ein reinrassiger Dobermann bereits für 800 DM verkauft, das müsse man schon für einen Welpen bezahlen, wenn man denn einen Welpen mit den entsprechenden Papieren würde haben wollen. Auch bei den Welpen hat der 1 zu 1 Wechsel, DM zu EUR nicht halt gemacht! Das leuchtete ebenfalls ein,  Inflation, Teuerungsrate und Seltenheitswert wurden an dieser Stelle von Frau nicht weiter erwähnt (war auch nicht wichtig oder anders gesagt, Frau war es nicht wichtig)!

Nun alle Einwände waren beseitigt und es wurde ein Züchter besucht! 5 Stunden hat dieser Besuch gedauert und dem Mann einige Mordgelüste mehr an der Frau beschert! Frau musste strategisch vorgehen, mit einem vorgetäuschten Nichtinteresse wurden die Welpen begutachtet, mehr Aufmerksamkeit hat die Frau dem Züchter und der Züchterin gewidmet!

Fragen gestellt und beantwortet! In diesen Stunden tat Mann nicht mehr als einen Wonneproppen nach dem anderen mit der „Nichtsabber Garantie“ in die Hände zu nehmen und die Mama zu kraulen! Die Strategie ging auf, Mann saß quasi „weichgespült“ vor der Wurfkiste, mit nur einem Wunsch im Leben ausgestattet, eines dieser kleinen Monster sein eigen nennen zu dürfen! Frau behauptet bis heute, damals hätten auch wahre Rinnsäle an Sabber aus dem Schnabel laufen können, Mann hätte einen gewollt!

Nach einigen Stunden trug auch Mann mit folgender Feststellung zu der angeregten Unterhaltung zwischen Frau und den Züchtern bei! „Wir nehmen einen“! „Was sollen die Welpen kosten?“

Die Antwort: „1500 EUR“ Da war der erste Wunschgedanke in Mann aufgekommen: „Wenn wir hier gleich raus sind, dreh ich ihr den Hals um“! Feinfühlig und sensibel für die Stimmungen des Mannes, erkannte Frau die Situation sofort und brachte sich von Mann an dieser Stelle äußerst unerwünscht, fach- und kaufmännisch in die Unterhaltung mit den folgenden Worten zum Züchter ein:

„Was Du haben musst, musst Du haben, darüber müssen wir nicht diskutieren“!

An dieser Stelle wurde Frau gerade das zweite Mal in Gedanken der Hals umgedreht!

Gerade hatte sich der Welpenpreis nahezu verdoppelt und dann hat Frau noch nicht einmal verhandeln wollen! Zufrieden über das Erreichen ihres Wunsches und die uneingeschränkt perfekte Verhandlungstaktik hat Frau selbstverständlich sofort alle finanziellen Modalitäten geregelt!

Heute ist bereits die zweite Bordeauxdogge da und Mann ist glücklich, daß die Bordeauxdoggen sein Leben bereichern, auch wenn die Theorie der „nichtsabbernden Bordeauxdogge“ sich in der Praxis nicht wirklich bewahrheitet hat! Frau ist sich ganz sicher, Mann würde heute jeden Preis für diese sabbernden, haarigen, stinkenden Monster bezahlen, denn die Freude, die diese Hund auch dem Mann im Leben bringen, ist mit Geld nicht zu bezahlen!